Monika und Martin beim Tri Battle Royale

Dem Weltrekord drohte der Abbruch  à Ein Insider-Interview.
 Von Martin Sedlmayr

Da das Wetter Regen angesagt hatte, habe ich mich entschlossen, mal Triathlon passiv zu erleben und habe mir 2 Tickets gebucht (für mich und Monika).
Der erste Wow-Effekt war bei der Anreise über die Kraftfahrstraße die monströse Steilkurve, der en Wendepunkt darstellte.
Am Alpsee wurde das Duell über die gelungene Moderation von Daniel Unger inszeniert. Viele Profitriathleten waren als Zuschauer vor Ort: Nils Fromhold, Markus Fachbach und Nils Goerke.
Nach dem Schwimmen ging es zur Wechselzone 2 & 3: Dort mit einer aufgebauten Arena und einem Festzelt, sowie Laufband und Canyon-Rad auf Rolle: Da konnte ich auch mal am Rennen virtuell teilnehmen.
Beim Mittagessen kam dann jemand von hinten und fragte, ob er sich neben mir hinsetzen kann: Es war der Veranstalter Hannes Blaschke.
Er hat mir beim Essen sein Herz bzgl. der Veranstaltung ausgeschüttet, so entstand das Insider-Interview mit einigen kuriosen Hintergrundinformationen zum Rennen.
 
Das Insider-Interview:
Hannes war froh, dass das Rennen vor Ort so gut aufgenommen wurde: Bei den lokalen Zeitungen kamen keine negativen Leserbriefe an.
Um die wenigen Beschwerden hat er sich persönlich mit zahlreichen Unterstützungsangeboten bzgl. Streckensperrung gekümmert. Zum Beispiel musste ein Kommunion-Kind transportiert werden.
Das Rennen war bereits seit September 2020 in Planung, aber ohne Sanders. Er kam erst recht kurzfristig hinzu, nachdem das Rennen verschoben wurde.
Hannes war es sehr wichtig, dass die Streckenlängen in der Mitte der vorgegebenen Toleranzlage liegen.
Er hat die Vorwürfe einer potenziell zu kurzen Schwimmstrecke in Roth beim letzten Rekord verfolgt.
Deshalb war es ihm wichtig, dass die Strecke passt. Dazu hat der eine Schnur präzise abgelängt und 1m unter Wasser verankert.
Beim Schwimmen hat er gefiebert, dass die Zeiten über 45 Minuten bleiben und keine Kritiker provozieren.
Als die Radstrecke genehmigt wurde hat er gleich das Ziel verfolgt diese mit einem Kick zu inszenieren.
Dadurch kam die Idee mit der Steilkurve. Diese konnte Canyon gut für Werbezwecke nutzen.
Der Firmengründer von Canyon war auch vor Ort. Er hat das Event als Schlüssel für den Ausbau des US-Marktes gesehen.
Die Radstrecke konnte vorher nicht getestet werden (wegen der Verkehrsordnung).
Hannes meinte aber der Asphalt ist schnell, da kein Flüsterasphalt verbaut ist.
Als wir uns so beim Essen unterhalten hatten kamen die Prognosen der Radzeit von unter 4 Stunden.
Hannes war auf der einen Seite überrascht, aber auch bestätigt.
Er hatte sich gegenüber Frodeno geäußert, er müsse den Rekord über die Rad-Disziplin holen.
Erleichtert hat er mir gestanden, dass gerade das Rennen kurz vor der Absage stand, da die Ausweichstrecke der Sperrung zu überfluten drohte.
In der näheren Umgebung waren zu dieser Zeit bereits viele Straßen wegen Überflutung gesperrt.
Plötzlich kam ein Helfer des Festzeltes und wollte Hannes aus dem Zelt verweisen, da er keinen Zutrittsausweis umhängen hatte.
Er konnte dem glaubhaft machen, dass auch er ein Helfer ist.  Hannes hat sich dann verabschiedet und gemeint, er müsse sich nun auch einen Ausweis besorgen.
Draußen auf der Laufstrecke ist dann Frodo in der Kurve auf dem Teppich gestürzt.
Hannes ist dann Lionel entgegengelaufen und hatte ihn vor der Rutschgefahr gewarnt.
Die Helfer haben dann die Kurven mit Schaber einigermaßen Wasserfrei gehalten, um weitere Stürze zu vermeiden.
 
Schließlich ging das Rennen mit Rekord zu Ende. Das mit einer krassen Radzeit. Diese wurde mit Watt-Zahlen um die 310W nicht geschenkt.
Sanders hatte bis km30 die alte Rekordzeit gehalten hat aber schon ab km 25 extrem gequält gewirkt.
Ich persönlich habe schon gebangt, dass er abermals abbricht.
Er hat jedoch durchgehalten und die persönliche Bestzeit getoppt und ist auf der Rekordzeit-Liste einen Platz hochgerutscht.
Nach der Intensiven Verpflegung vom Catering war es nun Zeit wohl genährt und gut unterhalten wieder heimzufahren.