Rennbericht Challenge Roth

von Christian Weiß
 
Nach einjähriger Pause mit zwischenzeitlichem Ausflug nach Klagenfurt ging es am 05.07. dieses Jahr wieder zum schönen und traditionsreichen Challenge nach Roth. Gut vorbereitet und gecoacht (herzlichen Dank an Ute Mückel) bezogen wir nach Abholung der Startunterlagen am Freitag Abend unser Hotel in Nürnberg.  
Samstag standen dann noch die obligatorischen letzten Vorbereitungen sowie der Check-In auf dem Programm. 
Nach Pasta-Essen und zeitigem zu-Bett-Gehen erfreute uns leider das benachbarte Festzelt mit den größten Party-Hits der 80er und 90er was bei bereits vorhandener Nervosität den Nachtschlaf etwas verzögerte.Am Rennmorgen gab es dann – wohl zum ersten Mal in der Geschichte des Challenge – bereits Regen in der Wechselzone, was der großartigen Stimmung vor dem Start jedoch keinen Abbruch tat. 
Sehr gefreut habe ich mich über den tollen Support von Katharina, „Wolle“ Weinmann und Christoph Lutz, der für mich überraschend am Rennmorgen im Bereich der Wechselzone auftauchte. Meine Trainerin Ute hatte mir bereits aufgrund der äußeren Bedingungen (Fluten der Schleusen bis kurz vor Beginn des Rennens) ein „langsameres Schwimmen als gewöhnlich“ angekündigt, was ich dann auch in die Tat umsetzte; mit Blick auf die Ergebnislisten allerdings als Einziger der mit bekannten Athleten, vermutlich war es einfach nicht mein bester Tag im Wasser.
Nach einem sauberen Wechsel ging es dann flott aufs Rad, wo man es in den Kurven zu Beginn des Rennens aufgrund der vorhandenen Nässe noch etwas ruhiger angehen lassen musste. Die Verhältnisse auf der Radstrecke habe ich dieses Jahr als sehr fair empfunden, die allermeiste Zeit des Rennens war es kein Problem den geforderten Abstand zu den anderen Teilnehmern einzuhalten. Am Solarer Berg  hatte ich das große Vergnügen, keinen Fahrer in unmittelbarer Nähe vor mir zu haben, was die Nähe zu den anfeuernden Zuschauern noch einmal verstärkt hat; unter all dem Gebrüll konnte ich auch meine „Support Crew“ ausfindig machen und mich ein wenig feiern lassen, einfach mega, danke Jungs ;-).


Kurz nach dem Solarer Berg war es dann allerdings mit der Freude vorbei, nachdem der hintere Schaltzug gerissen ist und meine Kette auf den kleinsten Gang zurück fiel. Nachdem ich kurzzeitig mein erstes DNF vor Augen hatte, realisierte ich, dass ich vorne ja auch noch schalten kann. 
Darauf hin hieß es dann zunächst zwischen  53/11 und 39/11 zu wählen; nachdem ich mich schon gedanklich den Aufstieg am Kalvarienberg hochschieben sah, kam kurz vor Greding noch ein Service-Punkt, bei dem mir ein freundlicher Buchstaller-Mitarbeiter einen neuen Zug verlegte und meinen Tag rettete. Danach konnte ich mein Rennen regulär fortsetzen. Befreit von selbst gesteckten Zeitzielen radelte es sich unbeschwert in Richtung Roth zum abschließenden Marathon. 
Dort lief ich nach einem schnellen Wechsel motiviert los und versuchte auf den ersten Kilometern ein gutes Tempo zu finden. Nach einer kurzen Introspektionsphase befand ich gute Beine zu haben und mit Druck drauf zu bleiben. Nach gut 2 km traf ich auf meinen Coach Ute, die sich bereits von Christoph über mein Malheur am Rad informiert zeigte und mich ermutigte  einen guten Lauf hinzulegen. Am Kanal wehte – wie auch schon auf dem Rad – ein harscher Wind, was meiner Motivation jedoch keinen Abbruch tat. Bei km 27 gab es noch einmal einen aufbauenden Kontakt mit Support („schaut gut aus“) und Coach („Frequenz erhöhen!“), der mich ermutigte couragiert weiter zu laufen. Der Mann mit dem Hammer ließ sich trotz zunehmender Erschöpfung nicht sehen, so dass nach dem letzten, kräftezehrendem Anstieg nach Büchenbach dem erfolgreichen Finish nichts mehr im Wege stand. Im Ziel gab es dann vielleicht etwas mehr Poserei als üblich; mit 10:19 war es sicherlich nicht mein schnellstes, nach den Widrigkeiten beim Rad aber eins der schönsten Finishs auf der Langdistanz. Besten Dank an alle Unterstützer, Freunde und Vereinskollegen auf der Strecke und im Zielbereich, nächstes Jahr revanchiere ich mich mit Support am Streckenrand.