Starke Mixed Staffel und eine schnelle Anita in Immenstadt

von: Verena Kopp und Anita Reismann

Das wunderschöne Allgäu ist immer eine Reise wert – besonders für Triathleten. Schließlich fand in Immenstadt 1983 der erste offizielle Triathlon auf deutschem Boden statt. Klar, dass sich auch in diesem Jahr wieder einige Post-SVler in die Startlisten eingetragen hatten. Temperaturen um die 30 Grad, ein wohl temperierter Alpsee, der gefürchtete Kalvarienberg auf der Radstrecke und der Kuhsteig, der beim finalen Lauf schließlich vielen Teilnehmern den Stecker zieht. Im Allgäu ist Triathlon Kult.

Warum sich allen Disziplinen stellen, wenn man im Team mehr Spaß haben kann? Verena, Moritz und Katharina gingen auf der Mitteldistanz mit der Staffel „Die drei Muskeltiere“ an den Start. Moritz hatte dieses Jahr ziemlich Pech und konnte verletzungsbedingt keinen einzigen Triathlon absolvieren, dafür aber auf dem Rad eifrig Kilometer sammeln. Auch Verena konnte in den vergangenen Wochen kaum trainieren und so war klar, dass sie den Schwimmpart in Angriff nimmt. Mit Katharina war auch schnell die passende Läuferin gefunden.

Im Gegensatz zu den „Olympioniken“ war auf der Mitteldistanz Neopren erlaubt. Die 36 Staffelschwimmer wurden gemeinsam mit rund 600 männlichen Athleten ins Rennen geschickt. Für Verena war der Landgang auf der 1.9 Kilometer langen Strecke ein Novum. Und sie musste auch schmerzhaft erfahren, wie rau es im größtenteils mit Männern besetzten Feld zugeht. Beim Landgang geriet sie ins Straucheln. Anstatt, dass ihr andere Teilnehmer auf die Beine halfen, traten sie auf sie. Die Folge war ein schmerzhafter Krampf in der Wade. Helfer brachten sie wieder auf die Beine und wiesen die anderen Athleten zurecht. Aber Verena absolvierte die zweite Runde tapfer und kam nach 38:17 Minuten als 21. von 36 Staffelschwimmern aus dem Wasser. In der Wechselzone wartete Moritz, der sich auf die 42 Kilometer lange Radstrecke machte. Auf zwei Runden sind insgesamt 1300 Höhenmeter zu bewältigen. Aber Moritz drückte ordentlich aufs Gas und machte drei Plätze gut. Seine Radzeit von 2:50:33 Stunden hätte im Einzelstarterfeld Rang 190, im Staffelwettbewerb waren „Die 3 Muskeltiere“ vor der letzten Disziplin auf Rang 18.

Jetzt lag es an Katharina, das gute Resultat ins Ziel zu bringen oder sogar noch zu verbessern. Die 20 Kilometer lange Laufrunde hatte es sich bei mittlerweile fast tropischen Bedingungen in sich. Aber angefeuert von vielen Zuschauern und den beiden Teamkollegen legte Katharina mit 1:47:19 Stunden eine beachtliche Laufzeit hin. Und die Weilheimer Staffel konnte sogar noch einen Platz gutmachen: Mit 5:19:57 Stunden wurde sie 17. von 36 Teams. Bei den Mixed-Staffeln sprang sogar Rang zwei heraus.

Johannes startete auf der Olympischen Distanz mit einem guten Schwimmsplit (7. AK) und konnte sich in der AK noch auf den 5. Platz bei diesem anspruchsvollen Parcours verbessern. Bei über 500 Startern bedeutete das am Ende ein 18.-ter Platz im Gesamtfeld der Männer.

Anita:

Nachdem ich mich relativ kurzfristig für die SD beim Allgäu Triathlon angemeldet hab, ging es bereits am Freitag bei strahlendem Sonnenschein Richtung Immenstadt. Am Abend stand ein vom Veranstalter organisierter Streckencheck an, zudem ich es wegen eines Problems mit der Schaltung (konnte nicht aufs große Blatt schalten) nur knapp geschafft hab 😉 Ging dann aber ganz gemütlich Richtung Kalvarienberg und ich fragte mich das erste Mal, ob ich das große Blatt überhaupt brauchen werde. Die Radstrecke ist leider geil ;). Zwar sind bereits auf den 27km der SD gute 560hm zu überwinden, aber was man hoch tritt muss es ja irgendwann auch wieder runtergehen. Und so ist das Schluss-Stück der Radstrecke dann auch eine ziemlich coole Abfahrt (wenn man Platz hat und einem nicht minder fähige Radfahrer vor den Füßen umhereiern).

Am Sonntag hieß es dann also um 10 Uhr ab in den Alpsee. Bei über 23°C ohne Neo, aber das nimmt man bei 500m Schwimmstrecke und den Temperaturen dankend an. Die erste Disziplin ist nicht meine und so kam ich als 24. aus dem Wasser. Die Radstrecke war dann wirklich der Hammer. Zu Beginn des Kalvarienbergs dachte ich noch, die Schaltung wäre wieder defekt (diesmal hatte ich das Gefühl nicht aufs kleine Blatt schalten zu können) aber ein Blick runter zur Kurbel sagte mir, kleiner geht nicht. Waren dann wohl doch nur müde Beine (bin aus dem vollen Training in diesen Wettkampf) Die Zuschauer an der Strecke machen es einem aber leicht…das war Gänsehaut-Feeling für mich. Nach diesem Erlebnis glaube ich, muss ich am Solarer Berg heulen … sollte ich den jemals im EINEM Wettkampf erklimmen. Runter vom Rad an Position 10, rein in die Laufschuhe und irgendwie waren die Beine auch wieder munter. Kuhsteig kann kommen. Ordentlich gekühlt und mit Schwämmen bewaffnet ging es dann den kurzen aber knackigen Anstieg hoch um kurz darauf dann an Position 6 von 155 und als erste der AK ins Ziel zu laufen. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen. Die Stimmung war klasse, die Strecke mega, die Organisation perfekt und der Kaiserschmarrn im Ziel suuuuuper lecker. Ein wirklich gelungenes Wochenende. Nun heißt es für die Reismänner noch einmal Gas geben in zwei Wochen bei unserer zweiten MD in Berlin und dann ab in die Off-Season. Na gut…Mooshamer Waldlauf Ende September.