6. Platz bei den Ironman European Championships

von: Tanja
Sebastian Hahn schafft beim Ironman Frankfurt mit 8:57:55 Stunden die Qualifikation für Hawaii

Am vergangenen Sonntag war es endlich soweit und die Ironman European Championships in Frankfurt standen auf dem Programm. An diesem Tag setzte Sebastian Hahn alles auf eine Karte. Das ausgegebene Ziel war klar: Unter 9 Stunden ins Ziel einlaufen (Sub9 Finish) und dadurch einen der begehrten Startplätze für die legendäre Ironman Weltmeisterschaft in Kailua-Kona auf Hawaii zu ergattern.

Die Vorbereitungen für diesen Event verliefen bereits perfekt. Eine verletzungsfreie Trainingszeit setzte den Grundstein für ein überwältigendes Rennen. Bereits während der Saison konnte Sebastian Hahn des Öfteren Erfolge verzeichnen. Bei den Bayerischen Meisterschaften in Ingolstadt (Mitteldistanz) und in Erding (Olympische Distanz)konnte er mit seiner Leistung überzeugen und erreichte den Dritten bzw. den Zweiten Platz in der Altersklasse.
Der Ironman-Moderator beschreibt einen solchen Tag immer mit den Worten: „Der längste Tag des Jahres“ und ja, das ist er. Der Tag startet früh, sehr früh. Bereits um 3:40 Uhr klingelte der Wecker. Die Hotels sind bestens auf den Event eingestellt und servieren ab 4:00 Uhr Frühstück. Mit dem Shuttlebus ging es zum 15km außerhalb von Frankfurt liegenden Langener Waldsee. Hier herrscht bereits beim Sonnenaufgang eine ganz eigene Stimmung, egal ob Athlet, Helfer oder Zuschauer. Jeder ist angespannt und fiebert dem Tag entgegen. Die Stunde vor dem Start ist durchgetaktet. Ein letzter Radcheck in der Wechselzone, Neoprenanzug anziehen, ein kurzes Einschwimmen, Freunde und Familie verabschieden. Dann das erste Highlight des Tages, der Startschuss. 57 männliche und 24 weibliche Profis werden auf die 3800 Meter lange Schwimmstrecke gelassen. Knapp 10 Minuten später fiel der Startschuss für die rund 2500 Altersklassen-Athleten, darunter auch Sebastian Hahn.
Das Schwimmen verlief für den Post SV Athleten so gut wie perfekt und bereits nach 55:09 Minuten konnte er das Wasser verlassen. Somit war das erste Ziel, nach einer Stunde auf dem Rad zu sitzen, erreicht und ein großer Schritt in Richtung  „Sub9 Finish“ getan.

Nun galt es die 180km lange Radstrecke mit rund 1100 Höhenmeter hinter sich zu lassen. Stichworte zur zweiten Disziplin sind hier in Frankfurt die Stimmungsnester wie „The Beast“, „The Hell“ und natürlich der „Heartbreak Hill“. Die Strecke war gespickt mit steilen Rampen, langen Ebenen mit Windböen und Kopfsteinpflasterpassagen, die sogar eine eigene Zwischenwertung hatten. Sebastian Hahn konnte seine grandiose Form auf dem Rad voll ausspielen. Bereits nach 4:37 Stunden schob er das Rad in die zweite Wechselzone. Somit war er ca. 10 Min schneller als gedacht.
Nun kam der gefürchtetste Teil in einem Ironman, der Marathon  hinten raus. Nachdem man bereits etliche Stunden auf der Strecke unterwegs war, soll man nun noch 42,2 km Laufen. Hier ist es besonders wichtig, dass der Kopf mitspielt. Sebastian hatte das Glück, dass seine Eltern und einige seiner Freunde extra für diesen Tag nach Frankfurt gereist waren, um ihn ans Ziel seiner Träume zu bringen. Die Fangruppe verteilte sich unter den tausenden Zuschauern entlang der Laufstrecke, die sich aus 4 Runden entlang des Mains zusammensetzte. Bereits nach den ersten Laufkilometern merkte Sebastian, dass er dem hohen Tempo am Rad Tribut zollen musste. Die Geschwindigkeit musste angepasst werden, da auch das Wetter mit 30 Grad und Sonne nicht optimal waren. Während dem Laufen rechnete er im Kopf immer wieder durch, ob das große Ziel noch erreichbar sein würde. Der Marathon gestaltete sich immer mehr zum Krimi gegen Krämpfe in den Beinen und gegen die Zeit. Freunde und Familie gaben ihr bestes, um ihren Helden an diesem Tag anzufeuern. Die Gruppe rechnete mit Hilfe des Online Livetickers aufgeregt ständig mit. Bei Kilometer 35 würde man sich das letzte Mal sehen. Da war es den Freunden klar und einer rief: „Sebastian, du hast es selber in der Hand! Du kannst es schaffen!“ Bei Sebastian machte es Klick. Solange er nur noch diese letzten 7 Kilometer durchlaufen würde, wäre das Ziel zum greifen nah.
Familie und Freunde positionierten sich im Zielstadion und zählten wie gebannt die Sekunden. Dann endlich. Sebastian bog auf die Zielgerade ein. Tränen und grenzenloser Jubel brachen aus als man sich gegenseitig entdeckte. Sebastian konnte sich seinen Traum erfüllen. Nach genau 8:57:55 überquerte er die Ziellinie. Somit reichte eine Marathonzeit von 3:19 Stunden aus.
Nach dem Rennen stand es fest: Die Traumzeit wurde erreicht, der 6. Platz in der Altersklasse bescherte eine direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii und freuen kann man sich noch über den 40. Platz gesamt. Nun steht erst mal Regeneration auf dem Programm, bevor Sebastian in die Vorbereitungen für Hawaii startet. Fortsetzung folgt…

Ergebnisse

Platz Name  AK Pl.AK Swim Trans 1 Bike Trans 2 Run Gesamt
40 (2178) Sebastian Hahn 30 6 (286) 00:55:09 00:03:44 04:37:58 00:01:21 03:19:46 08:57:05